Cold Steel – Coltello Genovese … nicht ganz

Die Tage bin ich durch Zufall über ein neues Messer von Cold Steel, welches sie dieses Jahr rausgebracht haben, gestolpert. Es ist ein Facon der argentinischen Gauchos. Originale kommen dem genuesischen Messer recht nahe, ist es doch eine in Europa gebräuchliche Klingenform, die sicherlich mit den Siedlern irgendwann den Weg über den Atlantik nach Südamerika angetreten ist.
Es ist also gut möglich, dass dieses Messer, auch wenn es eine moderne Interpretation von Cold Steel ist, ein gebrauchstaugliches Messer nicht nur im argentinischen sondern auch für uns für den genuesischen Stil ist. Denn seien wir einmal ehrlich, ohne den Text und mit meiner oder unserer Vorprägung, wer hat da nicht direkt an ein Coltello Genovese gedacht?
Die typische Klingenform ist vorhanden, der Bart fehlt nicht, sogar die Anrauung auf dem Klingenrücken ist vorhanden aber natürlich hat das Messer mit etwa 40cm ein eher langes und nicht übliche Maß. Der Griff soll aus Holz sein, nicht wie häufig bei Cold Steel Kunststoff in Holzoptik. Ein Plastikgriff in Holzoptik wäre für mich auch ein nogo gewesen. Jetzt hoffe ich nur noch, dass der Griff eine annähernd runde Form hat, was die wenigen Bilder aber vermuten lassen.
Ich bin jedenfalls gespannt. Mal sehen ob ich mir im Laufe des Jahres nicht so ein Messer gönnen werde.

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Frohes Neues!

Für Neujahrswünsche bin ich dieses Jahr eindeutig zu spät, dennoch wünsche ich euch allen viel Erfolg in 2020.
Hier war es die letzten Monate etwas ruhiger geworden. Das war vor allem Hochzeit, Umzug, Renovierung und dem elendigen Rattenschwanz, der noch bis heute andauert, geschuldet.
2020 wird auch privat absehbar viel los sein, aber ganz vergessen werde ich euch und diesen kleinen Blog natürlich nicht. Nur ganz so regelmäßig wie in der Vergangenheit wird es wohl nicht mehr werden.

Vergangenes Jahr hat es einiges an Umwälzungen gegeben, zum einen ist im 2. Quartal mein Waffenkurs und im 4. Quartal der Gambettokurs an der Uni entfallen. Dies war aus diversen Gründen nötig und auch gut so. Und nachdem die Uni zum Wintersemester „meinen“ Boxe francaise Savate Kurs gestrichen hat (Max, vielen Dank für die Zeit bei Dir!) und der Ersatztermin, den ich mir versucht habe freizuschaufeln, für mich zeitlich und inhaltlich nicht funktioniert hat, musst ich mich auch erst von regelmäßigen Savatetraining verabschieden.

Nun aber zum Positiven: Nach ein paar Schnupperstunden gibt es ab dieser Woche wieder regelmäßiges Kleingruppentraining für alles von Stock bis Savate Genovese. Das wird nicht nur für meine motivierten Jung‘s sondern auch für mich bereichernder sein, als in dem Durchlauferhitzer von Uni-Sport festzustecken.
Ich starte also voller Vorfreude ins neue Jahr!

Die HEMA Genovese sind dafür voll eingeschlagen. Zwar musste Carlo Tamborninis Säbel etwas in den Hintergrund treten, dafür ist Stoßfechten von Paolo de Scalzi der Liebling bei meinen Fechtern und das sieht man auch in ihrem Trainingsfortschritt. Entsprechend groß war auch die Freude, als Daniele Calcagno das erste Buch de Scalzis aufgetan hat. Ich freue mich schon auf den Moment, wenn ich seine Email öffnen werde, auch wenn dann wieder viel Übersetzungsarbeit ansteht.
Apropos Übersetzung: Vor ein paar Wochen habe ich meine Übersetzung von Claudio Parodis Buch veröffentlicht, was mich persönlich besonders gefreut hat und zugegebenermaßen auch längst überfällig war.
In den letzten Jahren habe ich diverse Projekte begonnen und falls ich wirklich dieses Jahr gute Vorsätze haben sollte, dann, dass ich diese zum Abschluss bringen möchte bevor ich mich zu tief in neue stürze. Seit also gespannt was dieses Jahr noch auf euch zukommen wird (zugegeben sind diese nicht außschließlich mit Genuabezug) und ja, auch das ist ein Grund warum hier nicht mehr so viel los sein wird.
Zum Abschluss möchte ich allen alten und neuen Wegbegleitern noch meinen Dank aussprechen: Ihr alle wart eine Quelle der Inspiration und Motivation für mich und seit der Grund warum ich diesen Weg beschreite!
Wir sehen uns in 2020!

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Bastone Genovese, Coltello E Gambetto – Deutsche Übersetzung

Es war eine Weile ruhig hier. Das lag zum einen an meinem Umzug und dem ganzen Rattenschwanz, der da dran hing, zum anderen daran, dass ich anderweitig geschrieben habe. Denn auch wenn es durch diverse Umstände etwas länger gedauert hat, bis sie endgültig fertig war, ist es jetzt geschafft:
Meine Übersetzung des ersten Teils von Maestro Parodis Buch „Bastone Genovese, Coltello E Gambetto“ ist fertig. Sie trägt den sehr einfallsreichen Namen „Bastone Genovese, Coltello E Gambetto – Stock, Messer und Raufkunst aus Genua“.
Seit heute ist sie für kleines Geld zu bekommen. Wer Autoren, Verfassern und Übersetzern etwas Gutes tun will, der kauft übrigens direkt beim Verlag (in diesem Falle Selbstverlag über epubli.de) und steckt Amazon nicht das Geld in die Taschen, was sonst den oben Genannten zugekommen wäre.
Hier gehts zur Verlagsbestellung
Der erste Teil enthält die Geschichte wie der Maestro die traditionellen, genuesischen Kampfmethoden für sich entdeckte, um welche Waffen es sich dabei genau handelt und er erzählt einige witzige und spannende Anekdoten rund um dieses exotische Thema. Diejenigen, die es bislang lesen konnten sagten durchweg, dass es eine charmante kurzweilige Lektüre war, die Lust auf mehr macht.
Der zweite Teil ist der Technikteil. Dieser ist auch ohne Italienisch- oder Genuesischkenntnisse (denn die Bildunterschriften sind zweisprachig 😉 ) verständlich. Deshalb und weil ich leider keinen Zugriff auf die Originalbilder mit guter Auflösung mehr bekommen kann, habe ich mich dazu entschieden nur den ersten Teil zu übersetzten. Damit ist dieses Heft für alle denen es nur um Techniken geht, mehr als Beiwerk zum Buch des Maestros zu betrachten.
Ihnen und all denen, die sich für die Hintergrundgeschichte interessieren, wünsche ich viel Spaß beim lesen 🙂


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Noble Science Germany III

Noble Science Germany III ist (jetzt schon eine Weile) vorbei.
Dieses Jahr war ich wieder mit von der Partie.
Es war eine kleine gemütliche Veranstaltung, aber nicht, dass wir nicht geschwitzt hätten.
Ich eröffnete die Veranstaltung mit einer Runde Savate Genovese. Nachdem ich hörte, dass letztes Jahr spontan ein Kurs zum klassischen boxe francaise Savate gehalten wurde, dachte ich, dass es doch ganz schön wäre hier nochmal die Unterschiede rauszustellen, was im modernen Wettkampfsavate nicht mehr enthalten ist und warum. Die Zeit mit euch verging wie im Fluge und ich denke, dass ihr so viel Spaß hattet wie ich mit euch!
Wie ich erst ein paar Tage vorher erfuhr sollte Paul Becker seinen Kurs vom letzten Jahr nachholen, da er leider letztes Jahr nicht konnte (oder zum Glück für mich 😉 ). Jacob Happels Handstoßboxen. Kurz gesprochen belgisches Savate turnerisch (über-) strukturiert aufbereitet und davon eben den boxerische Anteil. Wobei Paul mehr Wert auf eine Vermittlung der allgemeinen Didaktik und die im 19. Jh. üblichen Lehrmethodik legte, als auf zu viel Stoff. So kam er mit der Stellung, zwei Handabwehren und einer Stoßtechnik mit dem hinteren Arm vollkommen aus.
Den Abschluss des Tages machte Predrak mit WWII Combativs. Wir erhielten Einblick in die Methoden aus Fairbains „Get Thought“ in Bezug zur deutschen Antwort auf dieses Manuskript „Abwehr englischer Gangstermethoden“. Dieser sehr ernste Stoff wurde mit einer ordentlichen Portion Humor gewürzt, sodass noch beste Stimmung sowohl beim Grillabend als auch in der Sauna herrschte.
Nachdem alle müde ins Bett vielen, hatten Peter, Paul und ich noch eine überaus angeregte Nacht mit diversen Themen rund um die aufregende Welt der HEMA. Sodass wir die Extrastunde Schlaf der Zeitumstellung begrüßend angenommen haben 😉
Auf den extralangen Workshop von Thore Wilkens war ich am meisten gespannt. Leider musste er seine Teilnahme am THFD kurzfristig absagen, weshalb ich für diese Gelegenheit noch einmal extradankbar bin. Er stellte im Rahmen des Themas sein Unterrichtskonzept PET vor. Hier jetzt genauer darauf einzugehen sprengt den Rahmen, daher darf ich alle interessierten an den YT Kanal der Bloßfechter verweisen. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich, selbst wenn man entscheidet, dass es nichts für einen ist.
Vielen Dank für das tolle Wochenende, man sieht sich!

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VHS Kurse zum Bastone in München

Tobias Zimmermann bietet in den kommenden Wochen einige kostenlose (!) Schnuppertermine zum genuesischen Spazierstock an der VHS in München an.
Einen regelmäßigen Termin wird es dann im Anschluß auch noch geben.

Ihr Glücklichen in München!

Damit auch nichts verloren geht, habe ich Euch seine Ankündigung von Facebook hier mal reinkopiert:

„Das Herbst-/Wintersemester bei der VHS steht an. Diesmal wird der Fechtboden in Unterhaching, Germering und Unterföhring Kurse bzw. Workshops anbieten. Im Folgenden die Themen und, soweit bereits vorhanden, Möglichkeiten zur Anmeldung:

Unterhaching:
Fechtkunst aus Bayern: Säbel nach Ludwig Hornstein
Ab 14.10.2019, je um 18:30 Uhr.
(https://www.vhs-unterhaching.de/…/B16570/…/details/kat/224/…)

Unterföhring:
Bastone Genovese, eine italienische Stockkampfkunst
Kostenlose Schnupperstunden:
16.09.2019, 19:00 – 20:00 Uhr
(https://www.vhs-nord.de/…/Baston…/nr/Q1690S/bereich/details/)

21.09.2019, 14:00 – 15:00 Uhr
(https://www.vhs-nord.de/…/Basto…/nr/Q1691UF/bereich/details/)

21.09.2019, 16:00 – 17:00 Uhr
(https://www.vhs-nord.de/…/Basto…/nr/Q1692UF/bereich/details/)

Workshop:
16.11.2019, 10:00 – 14:00 Uhr und 17.11.2019,
10:00 – 14:00 Uhr
(https://www.vhs-nord.de/…/Bastone…/nr/Q1630/bereich/details/)

Germering:
Bastone Genovese. eine italienische Stockkampfkunst
12.10.2019, 10:00 – 14:00 Uhr
(wird noch ausgeschrieben)“

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Ankündigung: The Noble Science Germany III

Dieses Jahr bin ich auch wieder auf dem Noble Science Germany, ausgerichtet von Zornhau bei Frankfurt am Main.
Gewünscht ist wieder eine Einheit zum Savate Genovese und die sollen sie natürlich auch bekommen.
Wenn Ihr dabei sein wollt oder euch nochmal genauer informieren wollt, was das nochmal war, folgt einfach dem Link zur Anmeldung.

Wer sich immernoch unsicher ist, kann hier nochmal den Rückblick zum ersten Noble Science Germany nachlesen.

Ich freue mich auf alte Freunde, neue Gesichter und ein paar spannende Themen, die ich leider nicht vorweggreifen darf, bis Oktober alle zusammen!

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Bastone Genovese = HEMA?

Bevor ich das beantworte, schauen wir uns erst einmal an was HEMA eigentlich ist. Für mich ist es im Grunde sehr einfach und dennoch ist es das anscheinend nicht. Jeder definiert HEMA für sich ein wenig anders, lässt verschiedene Aspekte schwerer wiegen als andere und erweitert oder verringert so die Schnittmenge.

Das Akronym HEMA steht für historical european martial arts, also historisch, europäische Kampfkünste. Nach meiner bescheidenen Auslegung handelt es sich dabei um Kampfkünste oder Kampfsportarten (in Deutschland unterscheidet man hier gerne, in anderen Ländern bzw. Sprachen ist dies nicht so strikt getrennt, aber darum soll es hier nicht gehen, es macht auch keinen Unterschied), die europäischen Ursprungs sind (Nordamerikanische Systeme, die Einwanderer mitgebracht haben zähle ich z.B. auch dazu). Der Knackpunkt dürfte aber für viele das „Historische“ sein. Allgemein heißt es, dass es keine direkte Lehrlinie mehr gibt, sodass aus anderen Quellen, zumeist Büchern mit ausreichend Inhalt rekonstruiert werden muss. Das heißt für mich, dass eine unzureichende Quellenlage wie etwa bei römischer Gladiatur (Wikingern etc.) kein HEMA ist (klar ist es historisch (im Sinne von alt), europäisch und eine Kampfkunst und auch die Lehrlinie ist unterbrochen, aber die Möglichkeit einer validen Rekonstruktion ist meiner Meinung nach nicht gegeben. Solche Themengebiete von denen es genug gibt finden sich bei mir unter dem Begriff der experimentellen Archäologie wieder. In letzter Konsequenz ist HEMA eine Teilmenge dieser Archäologie, aber nicht umgekehrt.

Säbel- und Degenfechten des 19. Jh. Bilden ebenfalls einen Sonderstatus. Die eigentlichen spezialisierten Systeme und Methoden, die uns die alten Fechtmeister hinterlassen haben, müssen rekonstruiert werden, denn eine direkte Lehrlinie für diese spezielle Art gibt es im Normalfall auch nicht mehr. Aber das moderne Sportfechten folgt immer noch den Grundsätzen und der Nomenklatur, die es damals bereits gab. Für die breite Masse ist es einfach HEMA, ich selbst benutze auch gerne den Begriff Klassisches Fechten, der häufig für modernes (nicht elektronisches) Fechten benutz wird welches weniger auf den modernen Turnierkampf ausgerichtet ist als auf die alten Grundlagen, die von einer scharfen Auseinandersetzung ausgehen.
Wenn man sich die Entwicklung ansieht, die HEMA in den letzten Jahren in Bezug auf internationaler Ebene, Turniere, Verbände etc. hingelegt hat, erinnert es an den Weg den das damalige Fechten Anfang des 20. Jh. vorgelegt hat. Vielleicht dauert es nicht mehr lange und wir sprechen von HEMA in Bezug auf eine internationale Szene, mit standardisierter und ausgefeilter Ausrüstung, die gezielt auf den neuen Ernstkampf, den Wettkampf hintrainiert, sowie von „Klassischem HEMA“, als deren Ursprung (denn der wahre Ursprung ist ja wie gesagt nicht mehr verfügbar), welches näher an der Quelle für einen Ernstfall trainiert, der nie wieder vorkommen wird.

An der Art wie ich das Akronym HEMA benutze kann man gut sehen, wie sehr es bereits zu einem eigenen Wort geworden ist. Genau das ist der Grund warum ich die alten Kampfkünste Genuas, die uns Fechtmeister wie Tambornini, de Scalzi und Quintino hinterlassen haben unter HEMA genovese zusammenfasse. Es ist eindeutig überdefiniert, aber ein neues Akronym wie HGMA erscheint mir unnötig und albern. Zumal es den Bezug, den es eindeutig hat, nicht mehr aufzeigt. Denn HEMA hat sich mehr noch als CMA (chinese martial arts) oder FMA (filipino martial arts) zu einem geflügelten Wort besonders im Sprachgebrauch historischer Fechter entwickelt.

Ich benutze HEMA genovese allerdings nicht für Bastone genovese aus einem einfachen Grund: Ein sehr wichtiger Punkt ist für mich nicht erfüllt: Die unterbrochene Lehrlinie. Ich lerne diese Methoden direkt von einem Lehrer, der sie selbst nicht rekonstruieren musste!
Der Dachverband für HEMA in Deutschland (DDHF) definiert HEMA unter anderem mit einer unterbrochenen oder geschwächten (was auch immer das genau bedeuten soll) Lehrlinie. Deshalb hat er im letzten Jahr auch eine Schule des TIKF (traditional italian knife figthing) unter seinem Dach aufgenommen. Mir widerstrebt das. Diese Leute haben ebenfalls Lehrer, die ihrer Lehrer hatten, keiner von Ihnen musste rekonstruierende Arbeit leisten (wir erinnern uns HEMA als Teilbereich der experimentellen Archäologie). Natürlich kann man sich kritisch mit der Geschichte seiner Kampfkunst auseinander setzten, das machen viele auch im asiatischen Bereich und es gibt genauso Fechtmeister des modernen Sportfechtens mit sehr guter Kenntnis der Fechtgeschichte, alter Fechtbücher usw., die sich kritisch damit auseinandersetzen, aber macht das ihr Training zu einer Historischen Kampfkunst im Sinne von HEMA? Meiner Meinung nach definitiv nicht. Auch wenn sich das nun negativ anhört, es wertet diese Kampfkünste eigentlich auf! Das TIKF bezeichnet sich selbst auch als traditionell und nicht als historisch. Traditionell kann man in dem Zusammenhang mit klassisch vergleichen. Der Unterschied ist, wenn man es hart definieren wollte, dass das Klassische eher eine ältere (oder veraltete) Variante der modernen Ausprägung ist und das Traditionelle sich bis heute (größtenteils) erhalten hat.

Deshalb würde ich Bastone genovese zu den traditionellen Kampfkünsten und nicht zu den HEMA zählen. Einen Begriff wie TEMA werde ich mir allerdings sparen, aber auch hier werden wir sehen was die Zeit und die Szene bringen.
Zum Abschluss möchte ich noch einmal darauf hinweisen, dass es sich hierbei um meine persönlichen Definitionen handelt.

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Letztes Training für genuesische Kampfkunst am HSZ Aachen

Am 5. Juli fand am Hochschulsportzentrum in Aachen der letzte Kurs zu den genuesischen Kampfkünsten statt. Leider ist es aufgrund der Strukturumstellungen am HSZ nicht mehr möglich mehr als immer wieder Schnupperkurse zu bieten. Wir haben es versucht. Langfristig ist das jedoch nicht das Training was ich mit meinen Leuten machen möchte.
Ich möchte mich bei allen bedanken, die fleißig dabei waren und uns über die Semester die Treue gehalten haben, ohne euch hätten wir den Kurs sicherlich schon früher beendet!
Und ein ganz besonders herzliches Dankeschön an meine Co-Trainerin Maren, Du bist die Beste!
Und lieben Dank Kerstin für das Abschiedspräsent
Der Kurs ist vorbei, aber das Training geht weiter!

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HEMA Genovese: Fechtmeistervorstelung

Für einen besseren Überblick habe ich unter HEMA Genovese ein Dropdownmenü für die verschiedenen Fechtmeister Genuas angelegt.
Dort findet Ihr jetzt neben allgemeinen auch ein paar spezielle Informationen zu einigen Autoren des 19. Jh. Die Restlichen werden im Laufe der Zeit folgen.

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Bastone a due mani

Zeitgenössische Darstellung eines Dörflers aus Ligurien mit einem der längeren „Due Mani“

Wenn der Spazierstock, das Herzstück der Sammlung ist, dann ist der Due Mani das Kernstück. Der Stock ist kein Langstock wie ein japansicher Bo, um in Japan zu bleiben, ist er mehr mit dem Jo vergleichbar. Sozusagen ein kurzer zweihändig zu führender Stock. Mit einer Länge von 125-145cm und einem Durchmesser von 3-4cm war er ein treuer Begleiter für Wanderer und Fuhrleute. Eine Erklärung für diese Länge ist z.B. ein Verbot für längere Stöcke innerhalb der Mauern der Stadt, damit man den Stadtwachen, die mit Speeren o.ä. ausgerüstet waren, nicht so leicht Paroli bieten konnte. Das Repertuar an Techniken ist aus Sicht des Spazierstocks aufgrund der Beschaffenheit stark reduziert, betrachtet man es aus der anderen Richtung, stellt man fest, dass die Techniken die Basis des Bastone da Passagio bilden. Man nutzt starke Schwünge, Stiche, die wohl in ihrer jetztigen Form durch das Bajonettieren des 19. Jh. hinzugekommen sind, agressives Voranschreiten und neben Paraden, die die Hände nicht in Gefahr bringen, diverse Schläge zu eben jenen. Fest steht, dass die Fuhrleute Genuas in dieser Methode geübt waren. Ihre Entstehungsgeschichte, für die ich keine Belege habe als die mündliche Überlieferung des Lehrers meines Maestros, ist nicht weniger reißerisch als die Entstehungsmythen asiatischer Systeme. Ob sich ein Fünkchen Wahrheit darin verbirgt, darf jeder gern für sich selbst entscheiden:
Genua besaß im 14. Jh. einen Stadtteil in Konstatinopel, dieser trug den Namen Pera und besaß eigene Mauern. Die Venezianer, die im Handel in Konkuerenz mit den Genuesen standen gingen einen Handel mit dem Sultan ein und baten ihn die Mauern Peras zu schleifen. Doch das hinderte die Genuesen nicht daran weiter fleißig Handel zu treiben. Also bat man den Sultan die Rivalen zu entwaffnen. So waren sie leichte Beute für Plünderer. Ihren Stahlwaffen beraubt, nutzten sie Stöcke aus hartem Holz, härtetden diese und wickelten sie mit Bändern und Seilen ein um gegen Klingenwaffen besser bestehen zu können. Diese nutzten sie wie zweihändig zu führende Schwerter. Sollte diese Geschichte stimmen, ist, wenn wir die Techniken mit den Fechtquellen Italiens der Zeit vergleichen, nicht mehr viel von der einstigen Methode übrig geblieben. Ein genauerer Vergleich mit einem Experten für z.B. Fiores Schwert wäre aber sicherlich spannend.

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