Erstes Training nach 8 Monaten Covidpause

Von allen Seiten hagelt es derzeit Fotos von ersten Trainingseinheiten. Ausnahmsweise haben wir gestern auch dran gedacht mal die Handykamera drauf zu halten. Die schien aber auch schon etwas durch gewesen zu sein, genau wie wir oder wie ich zumindest. Dabei haben wir es locker angehen lassen. Ach nein, doch nicht, nur kontaktfrei und dafür eine ordentliche Dosis Savate und Bastone mit abschließendem auspowern. Super wars! Danke euch und bald wieder mit ein bisschen mehr Kontakt.



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Coltello Genovese auf dem Dortmunder Budolehrgang

Pfingsten bedeutete lange Jahre für mich Dortmunder Budolehrgang! Zu Anfang meiner „Karriere“ als Teilnehmer und nach einer kleinen Pause dann auch als Referent. Es war mir wirklich ein Vergnügen und eine Ehre!

Leider gibt es den Lehrgang nicht mehr, deshalb habe ich hier ein bisschen Videomaterial, dass jemand von mir bei einer Einheit zum Coltello Genovese aufgenommen hat, für euch! Sozusage als längst überfälligen Abschied. Vielen Dank Wilfried Peters und all den Referenten und Teilnehmern mit denen ich so viele schöne Wochenenden verbracht habe!

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Deutsche Übersetzung von Carlo Tamborninis Säbel

ich habe endlich meine Übersetzug des Breve Trattato di Scherma alla Sciabola von Carlo Tambornini abgeschlossen. Es hat seine Zeit gedauert und ich bin auch ein bisschen stolz muss ich gestehen. Ich weiß, dass die Zielgruppe wahrlich nicht groß ist und dass ich mir von den Verkäufen keinen neuen Ferrari kaufen können werde, aber ich freue mich über jedes Verkaufte Exemplar 🙂
Und wenn Ihr mir einen Gefallen tun wöllt, dann kauft dsa Buch doch direkt beim Verlag und nicht bei Amazon, oder deutlich: gönnt mir doch das Geld was sich sonst Amazon einstecken wird 😉
Hier gehts zum Buchshop
Für einen kleinen Einblick schaut euch gerne das kleine Video an:

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Ein bisschen Chausson von Russ Mittchell.

Ein schönes Beispiel einer Chaussontechnik, die im modernen Savatewettkampf verständlicher Weise keinen Platz mehr hat. Auf einem unserer letzten Besuche in Genua bekamen wir diese auch von Maestro Parodi gezeigt – Hier nun kompetent in einem Video demonstriert von Russ Mittchell.

Kleine Anmerkung: Das Video ist nicht auf seinem eigenen Kanal und der Uploader hat in der Videobeschreibung leider etwas durcheinander gebracht. Chausson ist keine Technik des Savate. Chausson ist der Stil der unter Seefahrern vor allem auch in Marseille verbreitet war und deshalb heute auch gerne als Chausson Marseillais bezeichnet wird, Savate war der Stil, der in Paris bzw. der pariser Unterwelt praktiziert wurde. Beides sind die Vorläufer des Savate Boxe Française. Deswegen sagte Claudio Parodi auch einmal, dass man eigentlich vom Chausson Genovese sprechen müsste.

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Coltello Genovese

Rupert Sedlmayr hat still und heimlich ein kurzes Video zum genuesischen Messer auf YT hochgeladen. Aber mir entgeht nichts, deshalb habt ihr jetzt auch das Vergnügen. Lasst ruhig ein Abo da, denn ein weiteres Video ist schon online und es scheint als ob da noch was kommen wird …

Da es um Messer geht, hat sich Rupert vernümpftiger Weise für eine Altersbeschränkung entschieden. ich bette es trotzdem mal ein, dann könnt ihr dem Link besser folgen:

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Schwertgelüster Podcast

Wie gibt man am besten eine kurze Zusammenfassung über Säbelfechten in den HEMA? Zumindest kann ich euch jetzt sagen, dass es nicht optimal ist in einem Podcast von zwei Langschwertfechtern ausgefragt zu werden.

Ich hatte die Ehre als Gast im Schwertgeflüster Podcast von Alexander Fürgut und Michael Sprenger geladen zu sein. Es war mir eine Freude und hat viel Spaß gemacht, danke euch beiden!
Dieses Medium war neu für mich und definitiv ein Format an das man sich gewöhnen muss. Vor allem sollte man im Blick halten, dass es Leute geben wird, die in der Zukunft dem Ganzen folgen wollen, wenn man so am „quatschen“ ist, aber ein bisschen Stammtischfeeling gehört anscheinend dazu. Spannende neue Welt. Normalerweise bereitet man für Seminare, Videos oder auch fürs Training Themen vor, das war hier sehr schwierig, ach nein, es gab ja ein Thema „Säbel“. Allerdings war den beiden wohl nicht ganz bewusst, wie umfangreich das wirklich ist.

Vor Jahren habe ich mal ein Comic auf FB gesehen, etwa mit folgendem Inhalt:

A: Ich mache HEMA
B: Cool, Lichtenauer oder Fiore?
A: Ich mache Säbel.
B: Ah, … Lichtenauer oder Fiore?

Falls das noch wer auf seiner Festplatte hat, postet das doch bitte nochmal für mich.
Mein Resümee der Folge: Es gibt vie zu entdecken im historischen Säbel!

Ich habe versucht einen Einblick zu geben, wer mehr wissen möchte, dem kann sicherlich geholfen werden. Schließlich gibt es so ziemlich für jedes System auch einen passenden Fachmann. Falls es die dann auch mal ins Schwertgeflüster verschlägt, werden sie es sicher auch einfacher haben als ich …

Ein bisschen Sciabola Genovese darf dort dann natürlich auch nicht fehlen, also noch ein Grund mal reinzuhören:
Zum Schwertgeflüster

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Savate und Karate?

Jesse Enkamp ist nun kein Wissenschaftler sondern Influencer, daher ist das folgende Video mit Vorsicht zu genießen beinhaltet es doch diverse Ungenauigkeiten gerade was den europäischen Teil angeht. So sagt natürlich der Getroffene „touché“ also „berührt“ an und nicht der Treffende, womit der Vergleich zum Kiai natürlich komplett daneben liegt und natürlich wissen aufmerksame Leser, dass französisches Savate erst später von Fechtlehrern übernommen wurde und ursprünglich aus der Pariser Unterwelt kam.
Trotzdem kann man der Argumentation in seinem Video gut folgen! Es ist dennoch nichts, was ich ungeprüft so weiter tragen würde.
Ich finde es allerdings sehr schön, dass Savate und auch Savategeschichte und damit europäische Kampfkunstgeschichte so mehr in das Licht der immer noch sehr asiatisch geprägten Kampfkunstwelt getragen wird.
Wichtige Gestalten wie Charles Charlemont, Leboucher und sogar das belgische Savate des in Deutschland unterrichtenden Jakob Happel haben einen kleinen Auftritt.

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Paolo de Scalzis Einstellung zum Fechten und wie war das eigentlich nochmal mit den „Zweihändern“?

Ja, richtig gelesen, Zweihänder, aber dazu später mehr.
Wir arbeiten nun seit mehreren Jahren mit Paolo de Scalzi als Quelle zum Stoßfechten. Wäre es nach ihm gegangen, wäre er heute sicher einer der wichtigeren oder beliebteren Quellen der HEMA. Sein Werk „scuola della spada“ aus den 1850ern ist im Grunde nur der erste Teil eines geplanten Gesamtwerkes oder einer Reihe, das oder die es so leider nie in den Druck geschafft hat. Nach den Grundlagen des Stoßfechtens sollte es mit diversen anderen Waffengattungen weitergehen: Säbel gefolgt von Degen und Dolch, Bajonettgewehr, Lanze, Stock und Zweihänder. Zweihänder, wirklich? Die verwendete Bezeichnung lautet „spada a due mani“, was im allgemeinen Sprachgebrauch als Schwert zu zwei Händen übersetzt wird, genau wie auch der zweihändig zu führende Stock – wie wir wissen – als Bastone a due mani bezeichnet wird. Die Chancen stehen also äußerst schlecht, dass hier ein Schwert in jeder Hand – also zwei Degen – gemeint sein könnte.
Die Auswahl an Themen zeigt aber schon die Ausrichtung de Scalzis im militärischen Kontext. Gerade für Soldaten, sei es besonders wichtig gegeneinander zu fechten und nicht nur Solodrills zu laufen. Denn nur so kann man neben den für das Fechten erforderlichen Fähigkeiten auch das Vertrauen in sich vergrößern. Dass hierbei auch unterschiedliche Waffengattungen gegeneinander zu fechten haben, versteht sich von selbst. Er beklagt außerdem, dass die Leute einzig den Umgang mit dem Degen als Fechten ansehen würden. Ein Umstand den wir heute nur zu gut kennen. Aber Fechten ist mehr als der Umgang mit dem Degen. Egal ob Degen, Säbel, Zweihänder, Bajonett, Lanze oder Dolch oder sogar ein Stock, das Boxen oder Ringen, all das ist Fechten, denn sie befolgen die Regeln von Tempo, Modo und Misura. Habe ich hier wieder Zweihänder geschrieben? Diesmal war der Terminus allerdings „spadone“ welcher für ein „großes“ Schwert benutz wird, das üblicherweise zwei Hände am Griff erfordert. Also ein weiterer Begriff für einen Zweihänder. Aber könnte hier nicht einfach ein schwerer Degen gemeint sein? Möglich, aber auch eher unüblich. De Scalzi erwäht Rosaroll mehr als einmal lobend in seinem Buch und dieser bezeichnet schwere Degen als „spadancia“, es wäre also eher wahrscheinlich, dass de Scalzi diesen Begriff verwenden hätte.
Der Soldat ist der Rückhalt jeder Armee und so muss er gut ausgebildet sein, auch in Zeiten, in denen Geschütze mehr und mehr das Schlachtfeld dominieren. De Scalzi fordert, dass der Kavallerist mit seinem Säbel und seiner Lanze sowohl zu Fuß als auch zu Pferd umzugehen weiß, genauso wie die Infanterie mit ihrem Bajonettgewehr und der Offizier mit seinem Degen. Die Mannschaft der Artillerie muss ebenfalls an der Waffe ausgebildet sein, um im Ernstfall mit Säbel und Bajonett, aber auch mit dem Spaten, den sie im Notfall wie eine Hellebarde benutzen können, sich und das Geschütz verteidigen können. Wie, jetzt auch noch Hellebarden? Dadurch kräftigt sich das Bild des Zweihänders noch ein wenig mehr.
Es scheint, als hätten wir mit Paolo de Scalzi einen Liebhaber alten Fechtens oder einen Traditionalisten vor uns. Er zitiert diverse alte Fechtmeister wie Fabris, Capo Ferro, Marcelli, Rosaroll und Grisetti in seinem „scuola della spada, aber für italienische Fechtbücher ist dieser Stolz auf die Vergangenheit auch nicht unüblich. Ließ er also wirklich in seiner Schule Übungen mit dem Spadone ausführen? Wir wissen es nicht. Alfiero Gio. Battista Gaiani schriebt 1619 in „Arte di maneggiar la spada a piede et a cavallo“, dass es vorteilhaft für einen Rapieristen wäre auch mit dem Spadone zu trainieren. Dass das ein gutes Ganzkörpertraining ist, können wir heute ohne Zweifel sagen. Bislang pflegte ich immer zu sagen, dass der Bastone a due mani, diese Aufgabe im 19. Jh. übernommen hätte, aber wie es scheint nicht absolut.
Paolo de Scalzi war also allem Anschein nach ein Praktiker und kein Träumer auf dem Fechtboden, außerdem ein Fechter von ganzem Herzen.

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Kampfrichterausbildung im Savate

Am 11.10. hielt der Verband „Savate canne baton deutschland e.V.“ einen Lehrgang für Kampf- und Punkterichter sowie Zeitnehmer ab, also fast alles was man so an Offiziellen während eines Wettkampfes benötigt. Ehrlicherweise wäre ich dafür nicht quer durch Deutschland gefahren, aber es ist ja 2020. Deshalb lief die gesamte Veranstaltung via Zoom und da fing die Sache dann an spannend für mich zu werden. Derzeit bin ich alles andere als aktiv bei Boxe Française dabei, trotzdem oder gerade deshalb habe ich mich über die Möglichkeit zur Teilnahme gefreut.Peter Straub – einigen vielleicht durch seinen YT Channel bekannt – führte durch die Veranstaltung. Es waren einige interessante Stunden, die die Aufgaben und Pflichten der Offiziellen während eines Wettkampfes näher beleuchteten. In jedem Fall besser und vor allem praxisnäher, als es die trockenen Reglements tun, aus denen man entsprechendes Wissen ziehen könnte. Schrieb ich Reglements? Ja, Reglements, nicht Regeln, denn leider gibt es diese nicht auf Deutsch (man sollte meinen offizielle Regelwerke finden sich auf der deutschen Verbandsseite) sondern nur auf Französisch. Wenn ich einfach mal einen Wunsch äußern dürfte, dann fände ich eine Verlinkung zum Original toll, wenn es denn keine ofizielle Übersetzung gibt. Das erspart einem sich durch die französische Verbandsseite zu quälen. Ich glaube, das fände wahrscheinlich nicht nur ich ganz großartig! Für die Vorbereitungen zu meinem schriftlichen Test habe ich mich nämlich leider mit einer veralteten englischen Übersetzung vorbereitet, die ich im Netz gefunden hatte. Solche Stolpersteine müssen ja nicht sein.Mittlerweile sind die Prüfungsergebnisse da und das veraltete Dokument hat mir anscheinend nicht den Hals gebrochen. Sobald ich wieder Zeit habe werde ich mal meine Antworten mit dem aktuellen französischen Reglement abgleichen. Nun fehlt mir um das Unterfangen in Gänze abzuschließen noch etwas geleitete Praxiserfahrung, die derzeit – wer hätte es gedacht – etwas problematisch wird. Kommt Zeit kommt Rat, wir werden sehen.Auf jeden Fall nochmal vielen Dank an die Orga für die Arbeit und dass Ihr die Möglichkeit für alle geschaffen habt! Ganz besonders natürlich Danke Peter!

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Gepolsterte Spazierstöcke

selbstgebastelte Polsterstöcke
Zwei selbstgebaute Polsterstöcke für Sparring mit dem Spazierstock oder Regenschirm.

Weil mir keiner der üblichen Verdächtigen für Polsterstöcke in Deutschland so richtig helfen konnte oder wollte, habe ich mich selbst dran gesetzt und – wie ich finde – etwas Vorzeigbares hervorgebracht. Dazu habe ich aus günstigen Polsterwaffen zwei Spazierstöcke fürs kontaktintensivere aber schutzausrüstungsärmere Training gebaut. Grundlage dafür war das Foam Kids Schwert von GoPro für knapp 18€. Weil wir beim Bastone Genovese – entgegen Vigney – in der Regel den Knauf bei der Hand halten, war es einfach für ein bisschen bessere und realistischere Balance zu sorgen indem man das hintere Ende beschwert. Dazu habe ich gleich zwei Varianten ausprobiert. Die eine mit einem Plastikrundgriff eines alten Regenschirms und die andere mit dem Knauf eines Plastiktrainingsschwertes von Red Dragon. Bei Zweiterem musste das ungepolsterte Ende noch etwas verlängert werden, aber da ich dort direkt die Schraube verankern konnte, war mir das auch recht. Das blanke Stück habe ich dann mit Badmintongriffband umwickelt und schon könnte man rein optisch meinen, dass die beiden Polsterstöcke professionell produziert werden.

Softschwert, Bastelmaterial und Endprodukt
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